Katzenschutzverein Fürther Samtpfoten e.V.
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Moritz, geb. Mai 2016: Patin Dagmar H., Nürnberg

Blind und taub, aber glücklich sucht Paten

Der kleine Moritz wurde mit 10 Wochen von einem Auto angefahren. Im ersten Moment sah es aus als hätte er Glück im Unglück gehabt und keine größeren Verletzungen außer ein bisschen Nasebluten davongetragen. Aber im Laufe der Tage zeigte sich, dass das Schicksal es ganz besonders Böse mit ihm gemeint hatte. Er hat durch eine schwere Gehirnerschütterung irreversible Schäden davongetragen. Er ist vollständig erblindet, auf einem Ohr komplett taub und auf dem anderen fast vollständig. Er kann also Geräusche wahrnehmen, diese aber nicht räumlich lokalisieren. Auch sein Stammhirn hat einen Schaden erlitten, was ihn öfter dazu veranlasst im Kreis zu laufen oder kurzfristig die Orientierung zu verlieren. Auch seine Intelligenz scheint dadurch gemindert zu sein, was in diesem Falle aber eher ein, zumindest für den Knirps, glücklicher Umstand ist.

Er findet und kriegt alles was ihm wichtig ist, Futter und Wasser, dieCouch mit seiner Lieblingskuscheldecke, die er auch hochklettern kann, nachts ins Bett, um im Gesicht vom Pflegefrauchen zu schlafen. Und er hat einen Stehaufclown als Spielzeug für sich entdeckt, weil er dessen Bewegung irgendwie wahrnehmen kann. Sein Frauchen findet er nicht, auch wenn er sie ein bisschen hören kann, aber er hat einen ganz eigenartigen Quietschlaut entwickelt, der so viel heißt wie „Komm und hol mich, ich brauche Dich“. Und das funktioniert auch. Er hat auch einen Ruf für die älteren Katzendamen, die dann wie die Feuerwehr angerannt kommen um ihn zu schmusen und zu bespassen.

Das mit dem Katzenklo finden klappt nicht und wird wohl auch nie klappen. Ihm da eine Notwendigkeit zu erläutern ist auch nicht sehr erfolgreich. Auch sich vorsichtig zu bewegen, da etwas zu Bruch gehen kann, macht mangels Geräuscheffekt wenig Sinn.

Nun kann man sich natürlich die Frage nach der Lebensqualität stellen. Gibt es die für eine Intelligenz geminderte blinde und taube Katze? 2 Tierärzte sind sich einig und sagen ja. Jeder, der ihn sieht, unterschreibt das. Er frisst, putzt sich, schnurrt, hüpft durch die Wohnung ohne Rücksicht auf Verluste und das immer mit erhobenem Schwanz, aufrechter Haltung und gespitzten Ohren. Er schnurrt und schmust ausgiebig und glücklich abends auf der Couch und ist immer ganz freudig und aufgeregt, wenn man sich Zeit für ihn nimmt.

Nur vermittelbar ist er mit diesen Handicaps nicht und sucht einen lieben Menschen, der ihn unterstützt.

 

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